FUNDGESCHICHTEN: Abgestürzt – Wie ein britischer Bomber ins Museum kommt
Hagen. Zweiter Weltkrieg, bei Hagen: In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 1945 stürzt ein britischer Lancaster-Bomber in einem Waldstück ab. Die Reste der Maschine werden nach und nach vom Erdreich bedeckt. 65 Jahre später: Der Heimatforscher Horst Klötzer erinnert sich an die Wrackteile, die er als Kind auf seinem Schulweg täglich umrunden musste. Er begibt sich auf die Suche nach der Absturzstelle – und findet mehr als nur ein Flugzeugwrack. Das Ergebnis: Die Fundstücke rund um den Bomber sind ab dem 16. April in der Ausstellung “Fundgeschichten” über neueste archäologische Entdeckungen im LWL-Museum für Archäologie in Herne zu sehen. Weit im Waldgebiet verstreut fanden die Archäologen nicht nur Maschinenteile des abgestürzten Bombers, sondern auch zahlreiche Ausrüstungsbestandteile und persönliche Gegenstände der Crew – darunter ein Kruzifix, ein Taschenmesser, die Lederhaube des Piloten und einen Revolver. Offensichtlich hatten bereits Raubgräber das Wrack entdeckt – denn Teile der Ausrüstung waren schon kurz vor der Bergung auf einer Auktionsseite im Internet angeboten worden. Der Lancaster-Bomber bildet Anfangs- und Endpunkt der Sonderausstellung “Fundgeschichten”. Er zeigt, mit was für ungewöhnlichen Aufgabenstellungen sich die Archäologie befasst – und wie aktuell die vermeintliche “Altertumsforschung” sein kann. Denn nicht nur der Umgang mit Angehörigen der abgestürzten Crew, sondern auch die rechtlichen Fragen stellten die Archäologen hier vor …
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